Diskussion ohne Tabu’s

Ulli Mair hat sich zum Brandanschlag auf die Fischerbuam in Vintl geäußert und dabei folgende Sätze geschrieben:

„Wir Freiheitlichen würden uns wünschen, dass endlich alle politischen Kräfte klar gegen die leider noch immer bewusst betriebene Tabuisierung sowohl in der Einwanderungsfrage aber auch in der Flüchtlingspolitik auf den Plan treten. Es muss ein offener Umgang mit der Materie zugelassen werden.“

Dazu folgendes:
In der Gemeinde Brixen gibt es seit nunmehr über einem Jahr eine sehr aktive Arbeitsgruppe zum Thema Integration, in der politische Parteien, Vereine (Schützen sind z.B. dabei), Wirtschaftstreibende und auch Ausländer mit dabei sind. Die Arbeitsgruppe widmet sich in erster Linie dem friedlichen Zusammenleben und versucht, Initiativen in diese Richtung auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig werden bei allen Sitzungen aktuelle Probleme rund um die Integration angesprochen, ohne Scheuklappen, ohne Tabus, nicht mit der rosa Brille, sondern konkret und direkt, auf dass sich das Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Kulturen durch klare Regeln gut meistern lässt.

Und das Traurige an der ganzen Sache: Nachdem die Freiheitlichen anfangs vor allem durch Abwesenheit glänzten, verweigern sie die Mitarbeit seit einigen Monaten komplett, nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil man mit der Stadtregierung in anderen Fragen im clinch liegt. Andere Oppositionsparteien hingegen arbeiten aktiv und konstruktiv mit. Die Freiheitliche Absenz kann ich akzeptieren, aber dann darf man nicht gleichzeitig die Dinge fordern, die Ulli Mair wie oben ansprichst.

4 Gedanken zu „Diskussion ohne Tabu’s

  1. lieber Ingo, nur unsere Mitarbeit dann zu fordern und zu dulden wenns der SVP in den Kram passt, zeugt von Eurer Arroganz auch noch über die Arbeit der Opposition mitreden zu wollen. Wir haben unsere Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen (Umwelttarife Kletterhalle usw.) angeboten, dies wurde stests abgelehnt. Die Zeiten sind vorbei, in denen die SVP über Alle und Alles bestimmen konnte.

    • Meine Kritik richtet sich nicht in erster Linie an eure Abwesenheit, das müsst ihr selbst entscheiden! Meine Kritik richtet sich aber daran, dass dann Ulli Mair bzw. die Freiheitlichen als Partei nicht behaupten darf, über Integration wird in Südtirol nicht tabufrei diskutiert. In Brixen machen wir das, und die einzigen die nicht mitdiskutieren sind die Freiheitlichen. Dabei ward ihr anfangs auch dabei, und die Mitarbeit war sehr konstruktiv. Deine Argumentation fokussiert einzig auf die „Arbeitsgruppen-Politik“ in Brixen insgesamt, die ich hier einfach so stehen lasse.

  2. hört sich jetzt schon anders an, in deinem ursprünglichen Text schreibst du: „Und das Traurige an der ganzen Sache: Nachdem die Freiheitlichen anfangs vor allem durch Abwesenheit glänzten“…. nun heist es: „Dabei ward ihr anfangs auch dabei, und die Mitarbeit war sehr konstruktiv“ also dann hast du dies ja richtig erkannt! So passts!

    • „Dabei sein“ sagt zwar noch nichts über die Anwesenheits-Frequenz, aber egal, zu letzterem Satz steh ich, die Mitarbeit war konstruktiv. Ich denke Stadträtin Letrari hat auch genau deshalb glaubwürdig darum gebittet, die Mitarbeit nicht abzubrechen. Vielleicht gibt’s ja noch ein Umdenken …

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