Fischzucht #3

In einem sehr langen und ausführlichen Artikel wird heute in der Neuen Südtiroler Tageszeitung über die Verlegung der Tennisplätze und die Zukunft der Brixner Fischzucht geschrieben. Aufhänger des Artikels ist eine VERMUTUNG des unabhängigen Gemeinderats Klaus Peter Dissinger, wonach die Entscheidung zur Verlegung der Plätze ins Lido bereits beschlossene Sache sei. Nun, ich bin es gewohnt, als Grundlage für meine politischen Entscheidungen stets nur Fakten und stichhaltige Argumente zu gebrauchen. Nachdem die Diskussion nach wie vor absolut ergebnisoffen diskutiert wird, ist eine Entscheidung noch nicht getroffen worden, weshalb man Vermutungen dieser Art nur mit aller entschiedenen Vehemenz zurückweisen muss.

Lido und Tennis

Zur Zeit steht die Verlegung der Tennisplätze im Norden der Stadt auf der Tagesordnung der politischen Debatte. Eine von vielen Varianten einer Projektstudie sieht vor, die Tennisplätze im Bereich der Ostseite des heutigen Lido-Sees unterzubringen. Dabei würde ein Teil des Sees aufgeschüttet. Rund um diese Studie hat es letzthin rege Diskussionen gegeben, da mancher davon ausgegangen ist, dass die Gemeindeverwaltung hier klammheimlich Fakten schaffen wollte. Dem ist aber nicht so. Die Studie mit seinen zahlreichen Varianten wurde vor einigen Monaten im Gemeinderat besprochen, auch die Betreuer des Projekts „Flussraum Mittleres Eisacktal“ wurden zu Rate gezogen, gleichsam werden Überlegungen zur Gestaltung des ganzen Bereichs Sport/Fischzucht/Parkplatz angestellt, denn neben der Unterbringung der Tennisplätze gilt es auch mittelfristig die in die Jahre gekommenen Sportstätten zu sanieren. Die Aufwertung des Lido-Areals steht außerdem sehr weit oben auf der To-do-Agenda der Stadtverwaltung. Eine Gruppe von Personen rund um den Verein „STADT – GARTEN BRIXEN / GIARDINO – CITTÀ BRESSANONE“ sammelt derweil Unterschriften für die Aufwertung des Lido-Areals und als Prävention einer möglichen Verkleinerung des Sees. Hier der Originaltext zur Unterschriftensammlung:

Die Auenlandschaft am Eisack ist mit dem Lido ein viel besuchter Erholungsraum in unmittelbarer Stadtnähe. Darüber hinaus ist der Lido in der Erinnerung vieler Brixnerinnen und Brixner als ein Stück Heimat verwurzelt. Als engagierte Brixner Bürger bemühen wir uns, den Lido in seinem Umfang zu erhalten, weiter zu entwickeln und aufzuwerten. Dieses Allgemeingut für viele darf nicht leichtfertig momentanen kurzsichtigen politischen Entscheidungen geopfert werden und speziellen Einzelinteressen – wie es Tennisplätze für wenige sind – zugeführt werden. Dadurch würde zudem ein wertvoller Naturraum für flussnahe Lebewesen zerstört.

Mit Ihrer Unterschrift setzen Sie sich für den Erhalt des Lido in seinem jetzigen Umfang ein und äußern ihren Wunsch nach seiner Aufwertung. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag auch für eine künftige hohe Lebensqualität in unserer Stadt.

Fischzucht #1

Vor wenigen Tagen fand sich in der Ausgabe der Tageszeitung ein Artikel über die Brixner Fischzucht. Gemeinderat Walter Blaas bemängelt, dass noch immer keine Neuerungen statt gefunden haben. Bezüglich dem Gebäude stimmt dies auch, das nötige Geld zur Rennovierung desselben ist nicht vorhanden, und ein neuer Pächter bisweilen nicht in Sicht. Eine unzulängliche Aussage traf Blaas allerdings hinsichtlich der Wasserqualität des Gewässers! Seiner Aussage „Die Wasserfläche ist eine einzige Kloake voller Unrat“ muss entschieden widersprochen werden! Verständlich, dass Blaas als ökologischer Laie (wie ich es selbst auch bin) die im Wasser vorhandenen Algen augenscheinlich als „Kloake“ deutet … aber dieses Urteil gilt es zurecht zu rücken. Hier eine Textpassage des Ökologen Andreas Declara, der seit Jahren die ökologische Entwicklung des Gewässers verfolgt:

Was für den einen oder den anderen vielleicht als störend, ekelerregend oder unästhetisch wirkt, kann für den sich entwickelnden Lebensraum von höchster Wichtigkeit sein und ein Teil einer gewöhnlichen Abfolge darstellen.
Was für den einen oder den anderen alles als Alge wirkt ist auch nicht gleich eine Alge, sondern zum Beispiel das Tausendblatt (Myriophyllum sp.), gehört zu den höheren Pflanzen und beherbergt in dessen Schutz so manche Kinderstube vieler Teichbewohner!
Jeder neu sich entwickelnder Lebensraum braucht Zeit, um in Zukunft einen Klimax- Zustand zu erreichen. Jenen Zustand, den wir gewohnt sind zu betrachten, der aber auch zuvor in einer langen Entwicklungszeit so entstanden ist!
Der Fischzuchtteich wurde vor wenigen Jahren, durch menschlichen Eingriff saniert, nun muss ihm aber auch die Zeit der natürlichen Entwicklung zugesprochen werden. Die jährlichen Kontrollproben lassen eine sehr gute Gütebestimmung zu!