Klartext???

In einer Pressemitteilung wollen Bozens Blaue „Klartext“ reden. Nun, was an einem Absatz wie diesem „klar“ sein soll muss mir mal jemand erklären:

Derzeit besuchen 50 Kinder den Kofler-Kindergarten in Bozen. Davon haben 25 Kinder einen Migrationshintergrund, aber nur sieben sind im Ausland geboren. Das heißt im Klartext, dass auch die in Südtirol geborenen Kindern von Ausländern zum ganz großen Teil der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

Wie bitte kann man aus diesen Zahlen die Sprachkompetenz ableiten??? Rätsel …
Ähnlich wirr auch der Rest der PM. Beispielsweise wird suggeriert, die Kindergärtnerinnen müssten nun türkisch lernen, was natürlich Schwachsinn ist … verständlich dass man da das rein waschende „angeblich“ davor stellt … Der Text spricht für sich 🙂

Erstes SVP Sommerforum

Letztlich meinte es der Wettergott gut mit uns … als am letzten Freitag im Garten des Hotel Elephant das erste SVP Sommerforum über die Bühne ging. Thema des ehrwürdigen Abends: „Integration als globale Herausforderung“. Die wirklich erstklassig besetzte Runde mit dem Integrationsbeauftragen der Bayrischen Staatsregierung Martin Neumeyer, dem österreichischen Staatssekretär Sebastian Kurz und dem Nordtiroler Integrationsbeauftragen Johann Gstir konnte über die vielen Facetten der Integration berichten und wichtige Aspekte aufzeigen. Zwei zentrale Dinge blieben bei mir hängen:
– Integration ist auch als globales Thema vor allem auf der lokalen Ebene entscheidend
– Integration gelingt leichter dann, wenn die Aufnahmegesellschaft den Werte-Kanon klar definiert hat

Zu ersterem fällt mir ein, dass in Brixen bereits sehr vieles gemacht wurde und gemacht wird, neben dem institutionellen Bereich vor allem auf ehrenamtlicher Basis. Bei zweitem denke ich gibt es Nachholbedarf, denn es scheint nicht immer klar, welches die zentralen Grundwerte unserer Gesellschaft denn sind, und darüber hinaus (denke wir an Freiheit), wie diese interpretiert werden sollen …

Alles in allem ein sehr gelungener Abend!

Mit Martin Neumeyer

Pakistan – Brixen

Die Gemeinde Brixen setzt ab heuer dazu an, die ausländischen Mitbürger und ihren kulturell-sozialen Hintergrund uns Einheimischen etwas näher zu bringen. Wir können damit erfahren, woher sie kommen, wie sie ticken und was sie bewegt. Jahr für Jahr soll eine der anwesenden Ethnien vorgestellt werden. 2011 werden uns die Pakistaner, zweitgrößte Gruppe unter den Migranten in Brixen, vorgestellt.
Heute Abend startet das rund einwöchige Programm an Initiativen und Aktionen. Hier der Flyer zu der Veranstaltung. In der Gemeinde zeichnet Hermann Popodi für dieses sinnvolle Projekt verantwortlich.

Arnold Tribus heut‘

Auszug aus dem Leitartikel von Arnold Tribus in der heutigen Tageszeitung:
… In Südtirol haben vor allem die Freiheitlichen, Unitalia und später die Lega Nord das Thema besetzt, nun wird auch die Volkspartei aktiv, der man zugute halten muss, dass sie in der Person des Landeshauptmannes immer mäßigend und aufklärend gewirkt hat. Und es scheint, dass der SVP ein guter Wurf geglückt ist, denn nur so kann ich mir erklären, dass nicht nur die Freiheitlichen applaudieren und Mitarbeit anbieten, sondern auch die Grünen. Wenn Grüne und Freiheitliche mit der SVP zusammenfinden, dann ist das ja ein kleines politisches Wunder, das nur Mustapha bewerkstelligen konnte. …

Integrationspapier genehmigt!

Die Ortsobleutekonferenz hat am Samstag vormittag in der Cusanus Akademie in Brixen über das vom Sozialpartnerforum der SVP erarbeitete Positionspapier zum Thema Integration debattiert und es nach zahlreichen Wortmeldungen und langer Diskussion genehmigt. Einige Ergänzungswünsche wurden aufgenommen und werden noch eingearbeitet, im Kern steht das Papier nun aber als Rahmen dessen, wie die Südtiroler Volkspartei dem Themenbereich Migartion/Integration begegnen will. Besondere Bedeutung wird das Papier schon bald erlangen, wenn Landesrat Bizzo im Herbst sein Integrationsgesetz zur Debatte stellt.

Im Anschluss an die Konferenz habe ich die ehrenvolle Aufgabe erhalten, gemeinsam mit Stadträtin Amhof, Werner Kusstatscher aus Klausen und Oswald Schiefer live im RAI Sender Bozen über das Papier zu diskutieren und informieren. Medial fand die Veranstaltung breiten Niederschlag in der gestrigen Ausgabe der „Zett“ sowie in den Dolomiten am heutigen Montag:

Quelle: Dolomiten, 27.09.2010

Ein interessantes Gespräch heut‘

Das Sozialpartnerforum in der SVP hat in den letzten Wochen ein Positionspapier zum Thema Migration und Integration ausgearbeitet, an dem ich mitgearbeitet habe. Das Papier wird am kommenden Samstag bei der Ortsobleutekonferenz der SVP in Brixen von den Delegierten diskutiert und (hoffentlich) genehmigt. Es ist Ausdruck der grundsätzlichen Position der Partei zu dieser Thematik und stellt sowas wie einen Wegweiser dar. Als solcher soll es auch dienen, wenn im Herbst das neue Integrationsgesetz formuliert wird. Heute waren einige der Teilnehmer des Sozialpartnerforums zusammen mit Parteiobmann Richard Theiner und Landessekretär Philipp Achammer bei Bischof Karl Golser und Generalvikar Josef Matzneller, um mit ihm das Papier zu besprechen. Ich muss sagen, es war ein gutes und ausführliches Gespräch, bei dem man sich über eine Vielzahl von Subthemen ausgetauscht hat.

FORDERN & FÖRDERN

Pressemitteilung der ArbeitnehmerInnen in Brixen vom 16.12.2009:

„FORDERN & FÖRDERN“

Arbeitsgruppe „Migration&Integration“ präsentiert 10 LEITSÄTZE für eine gelingende Integrationsarbeit in Brixen

Innerhalb der ArbeitnehmerInnen in der SVP Brixen hat sich vor rund einem Jahr eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich intensiv mit dem Thema der Integration der neuen Bürger mit Migrationshintergrund auseinander gesetzt hat. Ausgangspunkt der Arbeiten war das vom Gemeindesozialausschuss und dem Haus der Solidarität initiierte Projekt NETZWERK MIGRATION. Dabei handelt es sich um informelle Austauschtreffen von Experten und vom Migrationsphänomen „betroffene“ Hauptamtliche.

Die Arbeitsgruppe hat sich bemüht, ein klares Bild der Situation zum Phänomen „Migration“ in Brixen zu erhalten und Lösungsansätze für eine gelingende Integrationsarbeit zu formulieren. Abgerundet wurden die ersten Überlegungen durch eine dreitägige „Erkundungsfahrt“ in die Schweiz, bei der in vier Städten (Thun, Bern, Basel, Winterthur) mit den jeweiligen Integrationsbeauftragten intensiv über deren Erfahrungen gesprochen und diskutiert wurde. Positiv verlaufene Projekte und die langjährigen Erfahrungen der Schweiz in dieser Thematik wurden bei der Formulierung der Leitsätze integriert.

Die zehn Leitsätze stehen unter dem Motto „Fordern und Fördern“. Mit diesen beiden Begriffen wird auf die nach unserer Meinung zentralen Merkmale der Integration fokussiert: „Migranten müssen, sofern sie dauerhaft bei uns leben wollen, Integrationswillen zeigen und sich bemühen, gewachsene Werte und Normen zu akzeptieren und zu leben“ so die für Integration zuständige Stadträtin Magdalena Amhof. „Wir fordern das ein!“ Gleichermaßen muss man auch auf die positiven Aspekte der Migration verweisen. Und damit Integrationsarbeit in der Stadt Brixen und Umgebung gelingen kann, muss es auch in der öffentlichen Verwaltung Ressourcen dafür geben, finanzieller wie personeller Natur. Dies ist bisher auf Gemeindeebene nicht der Fall! Und trotzdem konnten in den letzten Jahren von der Gemeindeverwaltung gar einige Projekte auf den Weg gebracht werden, wie der regelmäßige und intensive Kontakt zu den neuen Mitbürgern, das systematische Sammeln von Problemstellungen rund um das Thema Migration, der jüngst erstmals begangene Willkommenstag und einiges mehr. Weitere Projekte sind gerade eben in Ausarbeitung und werden 2010 umgesetzt. Aber nicht nur die öffentliche Verwaltung kann und soll aktiv sein. Die Arbeitsgruppe ist überzeugt, dass im Sinne des Subsidiaritätsprinzips Aktivitäten zur Förderung der Integration gefördert werden sollen. Ein gutes Beispiel ist hierfür das „Haus der Solidarität“ in Milland (Cultura Socialis – Preisträger), wo tag täglich wertvolle Erfahrungen im Rahmen der Integration von sozialen Randgruppen gesammelt werden.

Die Arbeitsgruppe im Gemeindesozialausschuss ist überzeugt, dass die Integration von ausländischen Mitbürgern in Brixen, sofern sich alle Seiten bemühen, gelingen kann! Die zehn Leitsätze verstehen sich als konkrete Schritte, die dabei gesetzt werden können. Damit wollen sich die ArbeitnehmerInnen von anderen Parteien wie den Freiheitlichen abgrenzen, die lieber von Bedrohungsszenarien sprechen als konstruktive Lösungen andenken. „Auch wir versuchen, die Sorgen vieler Bürger, gerade mit Bezug auf den sich abzeichnenden demografischen Wandel durch Migration, Ernst zu nehmen und dies nicht zu ignorieren“, so der Leiter der Arbeitsgruppe Ingo Dejaco. Umso mehr aber müssen konkrete Maßnahmen zur Integration sehr bald in Angriff genommen werden. Noch haben wir die Chance, von Fehlern anderer zu lernen und die Weichen richtig zu stellen.

Willkommenstag für die neuen MitbürgerInnen

Erstmals hat die Gemeinde Brixen alle Menschen, die im vergangenen Jahr nach Brixen gezogen sind, zu einem Willkommenstag im Rathaus einladen. Ziel der Initiative war es, den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Stadt Brixen und die Dienste der Gemeinde vorzustellen, aber auch einen ungezwungenen Rahmen für das gegenseitige Kennenlernen und das Miteinander von Sprachen und Kulturen zu schaffen. Rund 50 Personen folgten der Einladung und wurden am Samstagnachmittag von Stadträtin Magdalena Amhof im Rathaus empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Stadtführung und einer Besichtigung des Weißen Turms begleitet. Anschließend ging es zurück ins Rathaus, wo Bürgermeister Albert Pürgstaller die Dienste und Angebote der Gemeinde Brixen vorstellte. Jedes Jahr ziehen rund 400 Personen nach Brixen und finden hier ihr neues Lebens- und Arbeitsumfeld. Quelle: http://www.brixen.it

Integrationsstadträtin Amhof