Pichler #3

Ich hatte der GBL vorgeworfen, den Rücktritt Sepp Pichlers instrumentalisiert zu haben. Hier der Beitrag.
Heute hat der dienstälteste Bürgerlistler meinen Artikel kommentiert:


Wessen System ist es, worin Dr. Josef Pichler, Direktor der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal kein Vertrauen mehr gefunden hat? Wohl nicht jenes der Grünen Bürgerliste, sondern vielmehr jenes, aus dessen Erbe Ingo Dejaco nach und nach immer stärker zehrt.
Ingo Dejaco hätte die Solidarität für Josef Pichler nur noch verstärken können, wenn er nicht gerade jenes System, das in den letzten Jahren zunehmend mehr eine nachhaltige Sozialpolitik untergraben hat, auch noch verteidtigt hätte. So liegt sein Solidaritätsversuch mit seinem “banalen, faktenlosen und tiefgrotten-schlechten” Vorwurf gegen die Bürgerliste nun völlig unglaubwürdig da.

MfG Gregor Beikircher


Und hier meine Antwort:

Das gestörte Vertrauensverhältnis lag wie zu vernehmen war weniger in “systemischen” Gründen denn in persönlichen! Einfach mal nachfragen Gregor! Meine Solidarität bezog sich ausschließlich auf die von mir persönlich gemachten Erfahrungen. Dass ich damit unglaubwürdig wäre entspricht höchstens deiner Fantasie, aber die gönn ich dir. Was mein “zehren” aus dem System betrifft, so nenn mir doch bitte EIN EINZIGES Beispiel! Bin gespannt!
lg
ingo

Pichler #2

Nach der GBL glaubt nun der PD den Rücktritt von Sepp Pichler politisch ausschlachten zu müssen. Während die Bürgerliste zum politischen Part der Thematik vage bleibt steigt der PD voll ins Thema „Watsch die SVP ab“ ein. So wird die Thematik im heutigen Alto Adige nach altbekanntem Muster breit getreten: Zuerst die Solidarität für den Zurückgetretenen, um dann sogleich auf den politischen Gegner einzudreschen! Die SVP sei im Sozialen nach rechts gedriftet, so der PD, dessen Strategie denkbar einfach durchschaubar ist: Um sich deutschsprachige Stimmen der Mitte holen zu können, muss das „Rechts-Image“ der SVP verstärkt werden. Diese Aktion ist nicht nur deshalb peinlich, weil keinerlei Begründungen für den vermuteten Rechts-drift der SVP genannt werden, sondern auch weil der PD Teil der Regierungskoalition ist. Da war die GBL als Oppositionskraft schon deutlich glaubwürdiger!

Letztlich wundere ich mich, ob man sich im PD denn niemals die Frage gestellt hat, ob es für die betroffene Person überhaupt angenehm ist, für die parteipolitische Positionierung derart instrumentalisiert zu werden??? Wieso kann man sich beim Thema nicht einfach an die von Pichler aufgeworfenen Gründe des Rücktritts beziehen und Hintergründe bzw. Verantwortlichkeiten (auch politische!) dorten suchen und erörtern??? Eines scheint nunmehr sicher: der Wahlkampf hat definitiv begonnen und wird täglich intensiver!

Pichler! *update*

Der Rücktritt von Sepp Pichler als Direktor der Sozialdienste ist mehr als bedauerlich! Ich hatte mehrfach die Gelegenheit, in ihm einen verantwortungsbewussten und der Sache verbundenen Gesprächs- und Verhandlungspartner zu haben, ob beim Interview im BRIXNER zum Thema Jugend&Gewalt oder beim im letzten Jahr angelaufenen Projekt „Aufsuchende Jugendarbeit“ (Jugendhaus Kassianeum & Bezirksgemeinschaft Eisacktal). Soviel scheint von außen erkennbar: Sepp Pichler gilt für mich als einer der fähigsten unter den Führungspersonen im Sozialbereich und hatte seinen Laden ganz offensichtlich „im Griff“, davon zeugt nicht zuletzt der Leserbrief seiner Mitarbeiter in der heutigen Tageszeitung.

Foto: Oskar Zingerle, brixen.net

Bedauerlich an der Sache finde ich aber auch, wie die Grüne Bürgerliste BX aus diesem Rücktritt politisches Kapital gewinnen will. In einer  Aussendung schreibt die GBL: Einer der Gründe, die zum drastischen Schritt des Direktors geführt haben, SOLL AUCH DARIN BESTEHEN, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Direktor Dr. Pichler und der Führungsspitze der Bezirksgemeinschaft aus politischen Gründen gestört ist.
„Soll bestehen“: kennt man die Details nicht? Oder will man sie nicht beim Namen nennen? Das gestörte Vertrauensverhältnis wird stimmen, denn darüber wurde auch medial vielfach geschrieben. Darüber, warum die Gründe POLITISCH sind, schweigt sich die GBL aber aus! Deshalb ist es hernach auch am einfachsten, die Schuld mal wieder dem nebulösen SYSTEM SÜDTIROL zuzuschieben! Eine eher flache und faktenarme Argumentation. Es hätte gereicht, auf die gute Arbeit von Pichler zu verweisen und ihm die Solidarität auszusprechen!