Figli di puttana

Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag 17. Juli wurde nach zahlreichen Anläufen die Volksabstimmung zum Seilbahnprojekt mit einer satten Mehrheit (20 JA-Stimmen, 6 NEIN-Stimmen, eine Enthaltung) genehmigt. Abgehalten wird diese am 21. September!

Debatte:
Wenig Neues gab es indes bei der Debatte im Gemeinderat. Die Gegner der Fragestellung sehen nach wie vor in der von der Bürgerinitiative Aurora eingebrachten Fragestellung die bessere Variante. Davon bin ich nicht überzeugt, da sie aus meiner Sicht nur eine richtungsweisende Abstimmung wäre und damit der konkrete Handlungsauftrag an die Gemeindeverwaltung fehlt. Die nun genehmigte Fragestellung hingegen ist konkreter, bleibt aber aus unserer Sicht ein Kompromiss, da wir die einfache JA/NEIN-Frage befürwortet hätten, dafür aber die nötige Mehrheit nicht zustande kam.

Mehrfache Kritik kam (vor allem von GR Dissinger) zum aktuellen Reglement für Volksabstimmungen. Dass das Reglement Schwachstellen hat, ist allen Gemeinderäten seit längerem bewusst, leider vergessen wird gerne, dass an dem Reglement ALLE Fraktionen mitgearbeitet haben (auch einige Anregungen der Opposition wurden mit aufgenommen) und bei der Abstimmung bis auf Bova/Bessone alle FÜR das Reglement gestimmt haben. Abänderungsantrag gab es keinen. Wenn nun ein GR wie Dissinger Kritik am Reglement übt, gilt diese postwendend und automatisch der eigenen Arbeit im Gemeinderat!

Abstimmung:
Die Abstimmung erfolgte wie schon beim letzten Mal geheim, wobei der Antrag um Geheimabstimmung diesmal von der Opposition kam. Ich habe generell nichts gegen geheime Abstimmungen, da sie einem Mandatar die Möglichkeit gibt, unabhängig des Drucks von außen, nach eigenem Gewissen abzustimmen. Bemerkenswert diesmal war aber der Umstand, dass auch jene für die Geheimabstimmung gestimmt haben, die diese das letzte  Mal „undemokratisch“ bezeichnet haben (Zitat Staffler am 5.4.2013 zur Geheimabstimmung: „für eine derart wichtige Sache eigentlich eine undemokratische Vorgangsweise, da  jeder gewählte Gemeinderat offen zu seiner Entscheidung stehen
sollte.“).

Nach dem Verkünden des Abstimmungsergebnisses war die Gemeinderatssitzung zu Ende – Gemeinderäte und Publikum erhoben sich, um sich Richtung Ausgang zu bewegen, woraufhin ein bekannter Seilbahngegner mürrisch und immerhin so laut, dass es einige Gemeinderäte hören könnten, „figli di puttana“ von sich gab. Ein Verhalten, das sich von selbst kommentiert!

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16 Kommentare zu „Figli di puttana“

  1. Leider unerwähnt bleibt die Frage und die ausgebliebene Antwort des GR Staffler, die sinngemäß so lautete: „Was geschieht, wenn keine Fragestellung die Zustimmung erhält, dann kann weder die Seilbahn gebaut noch der Busdienst verbessert werden“

    1. Die Frage ist sehr einfach zu beantworten! Ein Quorum stellt sicher, dass es keine unrepräsentativen Entscheidungen gibt – so ist das bei direktdemokratischen Abstimmungen, die ein Quorum besitzen. Wird es nicht erreicht, ist die Abstimmung gescheitert und keine Entscheidung getroffen. Mögliche weitere Schritte sind danach dieselben wie zuvor. Das heißt natürlich, dass die repräsentativen politischen Vertreter eine Entscheidung treffen könnten, nachdem es keine repräsentative direktdemokratische Entscheidung gegeben hat.

      1. Das Brixner Reglement zur Direkten Demokratie (Art 46 der Satzung und Verordnung zur DD) hat einmal das Zustimmungsquorum von 25%, das verhindert, dass keine unrepräsintative Änderungen stattfinden und ein Beteiligungsquorum von 0% (Satzung Art 46.10), das auch die Nichtzustimmung (und natürlich auch die Zustimmung, weil ohne Bedingung) für verbindlich erklärt. Damit können zumindest die kommunalen politischen Vertreter nicht mehr entscheiden wie sie wollen. Und die Frage bleibt offen.

  2. Woraus leitet sich diese Behauptung ab? Satzung 46.10 „Das Ergebnis der Volksabstimmung
    bindet die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat.“ spricht vom Ergebnis. Ergebnis ist entweder eine Zustimmung der Fragestellunge oder keine Zustimmung der Fragestellung.

      1. Ich sehe zwar die Beziehung von Punkt 10 zu Punkt 9 nicht, stelle aber eine deutliche Veränderung der Aussage fest. Jetzt soll auf einmal die VA nur gültig/bindend sein, wenn die Zustimmung (Quorum von 25% UND Mehrheit der gültigen Ja-Stimmen) erreicht ist. Das bedeutet, das Volk darf (bindend) zustimmen. Die Ablehnung wäre aber nicht bindend/gültig?

        1. Die Zustimmung bezieht sich natürlich auf ALLE DREI Antwortmöglichkeiten! Natürlich ist der „Status quo“ auch bindend, versteht sich doch von selbst.

  3. Statut Art 46.9 regelt die Zustimmung für das „Ja“ bei Ja/Nein-Fragestellungen, währende Art 30 der Verordnung ausdrücklich den Status quo von der Zustimmung ausschließt.
    Wer behauptet, dass die Volksabstimmung nur gültig/bindend ist, wenn die Zustimmung erreicht wird, sollte sich an die festgelegten Bedingungen für die Zustimmung halten.
    Für mich bleibt nach Statut Art 46.10 das Ergebnis ohne Einschränkungen bindend und meine ursprüngliche Frage aufrecht.

    1. Sehen sie, und ich sehe das genau anders und bin mir sicher, dass die Bindung nur dann Gültigkeit hat, wenn das Quorum erreicht ist. Die Gemeindeverwaltung sieht das übrigens auch so.

      1. Ist das der viel gerühmte neue Politikstil der SVP?
        Wenn die Argumente ausgehen, wird nicht mehr diskutiert, sondern auf die vorherrschenden Machtverhältnisse verwiesen, die offensichtlich ein beliebiges Interpretieren der Satzung erlauben.

        1. Ich kann schon verstehen, dass es schwer für Sie sein muss, wenn jemand eine andere Meinung vertritt, trotzdem sollten Sie diese zumindest versuchsweise akzeptieren und nicht immer die „Neue-Politikstil-Leier“ bemühen. Ich erlaube mir eine eigene Interpretation der Verordnung/Satzung zu haben, die sich offensichtlich von der ihren unterscheidet – das sollte doch hoffentlich erlaubt sein.

  4. Gent.mo Dott. Ingo Dejaco!
    Il Suo intervento pubblicato sotto il titolo “Figli di puttana” da Lei lasciato privo di identificazione di chi lo avesse pronunciato, mi da l’occasione per prendere opportuna posizione essendo io l’autore della frase incriminata.
    Infatti, fatti i conti dei presenti tra il pubblico che assisteva al dibattito sulla funivia la sera del 17 luglio nella sala del Consiglio Comunale, non potevo essere che io, che avevo assistito tra il pubblico all’intero dibattito.
    Qualche volta uso questa frase che normalmente trattengo nel mio pensiero o al massimo mormoro tra i denti; si vede che quella sera il mio mormorio è stato forse di tono troppo elevato e ciò può aver concorso con le sue ottime capacità uditive ed il fatto che la distanza tra Lei e me fosse particolarmente ridotta.
    Le 3 parole incriminate, a me servono per sintetizzare svariati sentimenti quali la rabbia, la sorpresa, la delusione, lo sconforto, il senso di frustrazione ed inpotenza nei confronti di chi agisca, secondo me, contro interessi comuni ecc.ecc. Ognuno di questi sentimenti potrebbe essere commentato con un’apposita frase, ma, quando questi sentimenti concorrono e sono provocati da qualcuno, trovo che le 3 parole incriminate rappresentino degnamente e riassuntivamente tutto quanto di negativo vedo e sento. Dopo aver visto e sentito l’intero dibattito conclusosi con il fatidico raggiungimento dei tanto sospirati 20 voti, il commento non poteva essere che quello e la reazione mia è stata quasi automatica non trovando altro termine più efficace per esprimere la mia reazione. In particolar modo due fatti mi avevano provocato questa reazione: il primo riguardava l’atteggiamento dei Freiheitlichen che, pur essendo contrari alla funivia dalla stazione, come lo erano sempre stati, si vedevano costretti a giustificare il loro cambiamento di campo. Dalla parte del pubblico su questo fatto si potevano fare solo congetture come pensare alle promesse a loro fatte, pensare alla loro preoccupazione per le prossime elezioni comunali, assillati dalla necessità di apparire agli elettori meritevoli ancora di fiducia per altro loro negata nelle recenti elezioni. Certo è che se pensiamo alla ferma opposizione del consigliere Blaas, quando era consigliere comunale, al progetto con partenza dalla stazione, pare che molte cose siano cambiate ma questo deve essere accettato in nome della politica che a volte si manifesta anche in questo modo.
    Il secondo fatto è legato alle dichiarazioni del Sindaco fatte alla stampa, il quale prevedeva di ricevere ben più dei necessari 20 voti, tanto era sicuro del successo delle sue trattative, ma sopratutto del fatto che era corsa voce da più parti confermata, che il consigliere Insam avrebbe votato contro, per motivi suoi personali nei confronti del Sindaco e per ragioni attinenti la funivia, per altro rimaste soltanto a livello di chiacchera. Fatto sta che quella sera essendo io seduto in seconda fila tra il pubblico, avevo pur sempre sott’occhio l’intera sala del consiglio ed il consigliere Insam era il più vicino alla zona pubblico, quindi ad una distanza massima di due metri da me. La discussione stava volgendo al termine quando il consigliere Insam si è alzato ed è uscito dall’aula. Mi sono detto :“Ma allora è vero, esce, non vota, ed il Sindaco resta con i soliti 19 voti in mano (tenuto conto dei partecipanti al voto i favorevoli presenti erano 19). Poichè seguivo il dibattito attraverso le parole dell’interprete nelle cuffie e quindi avevo modo di guardare davanti a me quello che succedeva, notai, mprovvisamente, il Presidente Schraffl, un po‘ agitato, fissare il consigliere Vontavon seduto nei banchi di fronte a lui; gli sguardi dei due si sono incrociati, il Pres. Schraffl ha girato gli occhi verso il posto vuoto di Insam e con un impercettibile cenno della testa ha invitato il Vontavon a guardare da quella parte.e questi giratosi, ha visto la sedia vuota dell’Insam; si è girato verso il Presidente il quale con lo sguardo e con un perentorio cenno della testa lo ha invitato ad uscire. Il Vontavon è uscito e nella sala adiacente quella del Comune ha intrattenuto il consigliere Insam. Dal mio posto, attraverso la porta d“ngresso riservata al pubblico, potevo vedere i due che parlavano. Poi i due sono rientrati a distanza uno dall’altro si sono seduti ed hanno partecipato alla votazione ed il consigliere Insam ha votato come voleva il Sindaco con ciò dimostrando che se l’Insam fosse rimasto fuori, il referendum del Comune non sarebbe passato ed invece stato approvato con il solo voto in più che ha consentito il raggiungimento del minimo previsto dal regolamento. Cosa avrà detto il Vontavon (nella sua alta vesta di Bezirksobmann della SVP) all’Insam? Mistero, per cui ognuno può pensare quello che vuole. Ma le occhiate ed i cenni della testa così abilmente adoperati ed il successo ottenuto, mi hanno così negativamente caricato che, a votazione conclusa e conseguente ultimazione della seduta per esaurimento ordine del giorno, mi hanno indotto ad esprimere quel giudizio che Lei così cortesemente ha ripreso mettendo in rete. La politica`è fatta anche di questo.
    Quanto al fatto che mi considera un avversario della funivia voglio precisare che io sono avversario solo del progetto con partenza dalla stazione, al pilone in mezzo alla strada ed al sorvolo di un bel pezzo di centro abitato, così tanto per la precisione.
    Ringrazio per l’ospitalità e porgo molti cordiali saluti.

    1. Sehr geehrter Herr Rosso,

      ich danke Ihnen für die offenen Worte.
      Nachvollziehen kann ich selbstverständlich Ihren rührigen Einsatz gegen ein Projekt, von dem sie selbst und zahlreiche andere nicht überzeugt sind. Nachdem sehr viele davon aber sehr wohl überzeugt sind und das Projekt als wichtigen Schritt für die Entwicklung unserer Stadt sehen, war es mir persönlich seit jeher wichtig, dass die Brixnerinnen und Brixner über das Projekt entscheiden können.

      Die aktuelle Fragestellung ist, das habe ich bereits im Gemeinderat betont und wiederhole es gerne, ein Kompromiss und aus Sicht meiner Fraktion auch nicht die beste Lösung, aber zumindest jene, für die es eine qualifizierte Mehrheit im Gemeinderat gab und die einen Mittelweg aus der einfachen Fragestellung und der freiheitlichen Forderung einer Mehrfachauswahl darstellt. Alle Fragestellungs-Vorschläge vonseiten der Opposition und diversen Bürgerinitiativen haben mich absolut nicht überzeugt! Denn ich kann die BürgerInnen schwerlich über etwas abstimmen lassen, wenn ich nicht weiß, ob das entsprechende Projekt jemals realisiert werden kann (>Milland). Und die Aurora-Fragestellung bringt keine Legitimation für einen Standort und keine konkrete Handlungsanweisung an die Gemeindeverwaltung! Kein Mensch kann ernsthaft glauben, dass beim einem Sieg des JA dann alle Standorte orographisch rechts zur Durchführung legitimiert wären.

      Zu Ihren Erinnerungen der Gemeinderatssitzung folgende Faktenlage: Alle SVP-Gemeinderäte haben bereits vor der Sitzung bekundet, mit Sicherheit für die Volksabstimmung zu stimmen! Kollege Sepp Insam ist wie viele andere Gemeinderäte auch während der Abstimmung kurz ausgetreten. Ich habe Kollege Willy Vontavon in seiner Funktion als mein Sitznachbar (und er ist NICHT Bezirksobmann der SVP, sondern Ortsobmann der SVP Brixen Stadt!) kurz vor der Abstimmung gebeten, nach dem Kollegen Insam zu sehen… tutto lì … selbstverständlich kann man mit viel Phantasie auch das hineininterpretieren was sie geschrieben haben – der Wahrheit indes entspricht es nicht!

      Ich grüße freundlich
      Ingo Dejaco

  5. Lieber Ingo,

    die AURORA-Fragestellung ist verständlich und um Vieles fairer und verständlicher als die von den 20 Gemeinderäten beschlossene.
    Und sie ist vor allem von BrixnerInnen „erfunden“ und von der Fachkommission als zulässig erklärt worden und darf deshalb nicht mit künstlichen Argumenten zerpflückt werden.
    Noch zuviele der Gewählten haben die Direkte Demokratie nicht verstanden!
    In einer Volksabstimmung soll nicht ein Ergebnis erzielt werden, das sich die Gewählten in den Kopf gesetzt haben, sondern die Entscheidung den BürgerInnen überlassen werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Roman (Zanon)

    1. Ich behalte mir frei darüber zu urteilen, was ich als sinnvoll und weniger sinnvoll halte. Nur weil ein paar Leute diese Fragestellung eingebracht und die Fachkommission sie für zulässig erachtet hat, heißt das noch lange nicht, dass sie gut sein muss, ich halte sie für wenig sinnvoll. Die überzeugenste, beste und gerechteste Fragestellung lieber Roman wäre die einfache und konkrete gewesen, aber die haben nicht wir verhindert.
      Dass manche die Direkte Demokratie nicht verstanden haben, da stimme ich voll überein mit dir! Ich denke da aber sicher an andere Personen als du.
      Beste Grüße und schönen Sonntag

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